Opus Ultimum

Interview mit Marko Meyer (Darkflower Leipzig) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Frank Buttenbender   
Freitag, den 23. März 2007 um 13:57 Uhr


Opus Ultimum wird in den nächsten Wochen einige ungewöhnliche Interviews führen. Wir befragen nämlich keine Musiker, die umjubelt oder gescholten auf der Bühne arbeiten, sondern Vertreter der vielen Menschen, die diese Musikszene außerdem ausmachen. Wir werden also Produzenten, Manager, Techniker, Veranstalter und Djs befragen, was ihre Tätigkeit ausmacht und welchen Platz diese in ihrem Leben einnimmt. Dieses Mal befragen wir Marko Meyer, den Gründer und Inhaber des Leipziger Clubs Darkflower.

War die Gründung und Leitung eines der wichtigsten Szene-Clubs die Verwirklichung eines alten Traumes von Dir, oder hatte sich das seinerzeit eher zufällig ergeben?
Ich hatte lange daraufhin gearbeitet. Im Jahr 2000 lief dann alles so zusammen, dass ich das Risiko einging. Erfahrungen hatte ich bereits 10 Jahre in anderen Clubs als DJ gesammelt.

Die Schwarze Szene gilt ja allgemein hin als sehr tolerant und friedfertig. Kannst Du das für Deinen Club bestätigen oder gab es auch schon mal unerfreuliche Zwischenfälle?
Es kommt tatsächlich sehr selten zu Zwischenfällen im Darkflower aber mit der Toleranz der Szene hat dies eher weniger zu tun.

Immer wieder mal gab es Gerüchte, daß der Darkflower-Club expandieren möchte, so zum Beispiel nach Dresden. Gerade dort könnte die Szene ja einen weiteren Szenetreff gut gebrauchen. War bzw. ist eine weitere Darkflower-„Filiale“ denkbar?
In Dresden würde ich gern ein Darkflower eröffnen. Die Zeit ist tatsächlich reif dafür aber es scheitert seit Jahren an dem optimalen Objekt, an dem nötigen Kleingeld oder an der Zusammenarbeit mit Brauereien und Getränkefirmen in Dresden. Generell aber schon eine interessante Sache, an der wir weiterhin arbeiten werden.

Euer Club glänzt unter anderem damit, daß Ihr viele Szene-Künstler an das DJ-Pult geholt habt, so zum Beispiel Peter Spilles, Sven Friedrich oder Eskil Simonson. Kommen die Leute nun eher wegen des großen Namens oder durchaus auch wegen der anderen Musikauswahl, die damit einhergeht?
Das waren ja nur einige Namen. Da gehören noch Szenegrößen wie Honey (welle:erdball), Joachim Witt, Steffen Keth (DE/VISION), Nik Page, Ronan Harris (VNV Nation), Alexander Kaschte (Samsas Traum), Dero (Oomph!), Kaja Hoyda (Stendal Blast), Bruno Kramm (Das Ich), Xotox, KiEw und noch ca. 50 andere Szene-Stars dazu.
Ich denke die Mehrheit der Leute kommt schon, weil sie sich für den Künstler interessieren und ihn auch mal von der Nähe sehen wollen oder sogar ein Gespräch führen wollen. Wir haben sicherlich gute Resident-DJs aber ich habe den Schritt mit den Star-DJ’s nicht bereut. Im übrigen kommen diese auch wegen der Gäste und der netten Partys bei uns vorbei. Da wird in erster Linie nicht nur nach der Gage oder irgendwelchen Verträgen entschieden. Wir haben einfach immer eine Menge Spaß mit den Stars im DF.

Vor einiger Zeit habt ihr Euren alten Standort zugunsten eines neuen gewechselt. Was waren die Gründe hierfür?
Streß mit dem alten Vermieter und der auslaufende Mietvertrag im September 2005 war ein Grund. Ein weiterer war die, seit Jahren, auch von den Gästen gewünschte Vergrößerung der Lokalität. Die Sicherheit und Lüftung spielte ebenfalls eine Rolle.

In den Zeiten leerer Kassen, die oftmals nur als Ausrede für den gestiegenen Geiz herhalten müssen, ist es sicher nicht immer leicht, ein Veranstaltungszentrum am Leben zu erhalten. Oder seid Ihr von solchen (finanziellen) Engpässen nicht betroffen?
Wir können durchaus mit den Gäste- und Umsatzzahlen leben auch wenn es immer wieder irgendwelche Rückschläge gibt. So zum Beispiel eine verlorenen Gerichtsverhandlung mit dem alten Vermieter, bei der ich mir sehr sicher war, dass wir den Prozess gewinnen.

Es gibt inzwischen 2 Darkflower-CD-Sampler, die es auch in den offiziellen Handel und zu einiger Beachtung geschafft haben. Hierbei fällt allerdings der große Anteil an etablierten Größen auf. Wäre es in Zukunft denkbar, unbekanntere Projekte mehr zu fördern?
Beim 2. Sampler wurde etwas mehr auf neue Künstler eingegangen. Der 1. musste einfach ein Zeichen setzen und für den entsprechenden Werbeeffekt sorgen. Bei beiden Sampler sind zu 90% Künstler drauf, mit denen wir zusammen arbeiten. Die Verkaufszahlen sind recht gut. Den 1. gibt es mit viel Aufwand noch irgendwo im Internet. Ich habe letztens einen auf einer Texaner-Seite gefunden. Der 2. ist seit Dezember im Vertrieb von SPV und verkaufte sich bisher zumindest schon mal 4-stellig.

Was steht den Besuchern Eures Clubs an Highlights in den nächsten Monaten bevor? Sicherlich wird Euer Club auch zum Wave Gotik Treffen eine wichtige Rolle spielen ...
Wir werden zu den WGT-Nachmittagen wieder schöne Veranstaltungen planen. Auch Abends wird es den einen oder anderen Star am DJ-Pult geben. Mehr werde ich aber noch nicht verraten.
06.04.07 :Wumpscut:
07.04.07 DJ Eskil (Covenant)
14.04.07 DJ Mr. Petersen (Combichrist)
21.04.07All Styles Of Dark Music feat. Xotox
28.04.07 DJ Bruno Kramm (Das Ich)
30.04.07 DJ Peter Spilles (Project Pitchfork)
05.05.07 DJ Sven Friedrich (Zeraphine)
12.05.07 DJ Dero (Oomph!-Sänger)

Kommst Du selbst eigentlich noch dazu, Konzerte zu besuchen oder bist du zu sehr in den Veranstaltungsbetrieb des Darkflower-Clubs eingebunden?

Ich schau mir schon hin und wieder ein Konzert an. Am 07.03. war ich zum Beispiel bei „2 Raumwohnung“. Diesen Monat steht auch noch VNV-Nation an. Natürlich ist ein Konzert ein idealer Ort zur Flyerverteilung.

Gibt es etwas, was Du Dir für die Zukunft wünschen würdest aber bislang noch nicht realisieren konntest?
Noch ein oder zwei Darkflower-Clubs in Deutschland und eine Darkflower-DVD mit richtig schicken Videos von gefragten Künstlern der Szene.

Wir bedanken uns und wünschen Dir sowie dem ganzen Club alles Gute für die nächsten Jahre!
LG zurück, Marko vom Darkflower!

Interview: Frank Buttenbender

infos:
www.darkflower.de
www.myspace.com/darkflowerclub

 

 

Valid XHTML & CSS | Design by: LernVid.com