Opus Ultimum

Blutengel in der Reithalle Dresden PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Frank Buttenbender   
Mittwoch, den 24. Oktober 2007 um 11:02 Uhr

Die Blutengel-Tour fand in der Dresdner Reithalle ihren diesjährigen Abschluß. In diesem Jahr gab es dort bislang nicht annähernd einen solchen Publikumsandrang wie an diesem herbstlichen Samstagabend. Die beachtliche Schlange wand sich bis hinaus auf die Straße und bestand ausschließlich aus Kartenbesitzern aus dem Vorverkauf, die Tageskasse selbst blieb verwaist. Fans dieser Band sind offenbar noch bereit Geld auszugeben, was man nicht nur an den vollen Hallen sehen kann, sondern auch an den Plattenverkäufen, die regelmäßig zu Chartspositionen führen. Das gilt auch für das aktuelle Album "Labyrinth", welches dank der umsatzorientierten neuen Regelung gleich mal 50 Euro in seiner limitierten Fassung kostete und Platz 36 belegen konnte. Wer sich daraufhin wundern mag, daß die Gothicjünger so zahlungskräftig sind, sei daran erinnert, daß Blutengel offenbar alle Alterklassen gleichermaßen ansprechen. So zumindest der Eindruck in der Reithalle.

Eröffnet wurde der Abend von der Electroband "Adam" aus Italien. Die recht harten Klänge kamen beim Publikum erstaunlich gut an, vielleicht auch deshalb, weil deren Sänger Jeez eine wahrhaft gute Figur machte. Sehr kraftvoll agierte auch Drummer Vulcan, dem man den Spaß an der Arbeit ansah. Nach dem rechten kurzen Set der Italiener wurden die Instrumente von der Bühne geräumt. Es sollten auch keine wiederkehren, was den Begriff Konzert natürlich etwas fragwürdig erscheinen läßt, aber eines daran ist sicherlich von Vorteil: der Klang von CD ist fraglos sauberer als bei jedem noch so guten Liveact.

Die Stimmen des Dreigestirns Ulrike Goldmann, Constanze Rudert und Chris Pohl kamen natürlich keineswegs vom Band. Wie schon beim Woodstage-Festival kristallisierte sich hierbei Ulrike als wirkungsvollste heraus, aber auch die anderen beiden konnten mich dieses Mal mehr überzeugen als noch in Glauchau. Und auch die zahlreichen Showelemente von Hochzeitsszenen, über Feuerwerk bis hin zum obligatorischen Blutspritzen sind in einer düsteren Halle besser aufgehoben als etwa bei Tageslicht in einer sommerlichen Umgebung. Das Set enthielt neben vielen Hits leider für meinen Geschmack zu viele Balladen, die mitunter auch im Doppelpack gespielt wurden.

Höhepunkte waren für mich das  - durch einen Remix von Eminence of Darkness wiederbelebte "Black Roses" sowie "Engelsblut" vom aktuellen Album, bei dem die Massen begeistert und textsicher mitsangen. Ein wenig erschöpft wirkte an diesem Abend Chris Pohl, was wohl nicht nur mit einer anstrengenden Tour zu tun hatte, sondern auch mit den hohen Temperaturen auf der Bühne, auf welcher er sich wie immer im Anzug bewegte. Aber dennoch wurde das Programm bis zu den Zugaben wie "Vampire Romance" problemlos durchgezogen. Bei "Send me an Angel" gab es dann noch ein Wiedersehen mit der Vorband Adam.

 

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