| Festivalbericht: Zita-Rock Festival 2009 |
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| Geschrieben von: Frank Buttenbender | |||
| Freitag, den 19. Juni 2009 um 09:16 Uhr | |||
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Auch 2009 gab es ausschließlich etablierte Bands aus dem Darkwave und Gothicrockbereich, was den Vorteil mit sich brachte, daß bereits beim Opener einige Leute bei der Sache bzw. überhaupt anwesend waren. TANZWUT waren schon deswegen für diesen Zeitpunkt gut geeignet, weil die Band am selben Tag noch einen anderen Auftritt geplant hatte und deshalb früh starten mußte. Musikalisch und optisch gab es dann keine großen Überraschungen. Die nach wie vor recht seltene Mischung aus gutgelaunter Mittelaltermusik mit elektronischer Verstärkung sorgte für einen Start, der zwar nur wenige wirklich begeisterte aber zumindest auch keinen verstörte oder gar vertrieb.
Die Menge wuchs, als die Berliner Band ZERAPHINE an den Start ging. Moderator Honey wußte zu berichten, daß er hinter der Bühne auf einen übernervösen Sven Friedrich getroffen sei, was diesen anschließend aber nicht davon abhielt, einen guten und fehlerfreien Auftritt hinzulegen. Geboten wurden neben den bekannten Hits ("Die Wirklichkeit", "Ohne Dich") zwei neue Songs ("Louisa" und "I will be there") vom "vermutlich" bald erscheinenden neuen Album, auf dem der Weg, melancholischen Electrorock in Perfektion zu erschaffen, offenbar und erfreulicherweise weitergegangen wird. Wie immer bei Auftritten von Zeraphine fehlte mir allerdings das letzte Quentchen Energieausbruch oder auch mal ein vom sehr einstudiert wirkenden Ablauf abweichendes Element. Ein guter Vortrag war es zweifellos dennoch.
Der liebliche Sommernachmittag hatte natürlich auch seine Schattenseiten, denn so richtig paßte die sonnige Stimmung nicht zu den eher düsteren Klängen von DIARY OF DREAMS, die als nächstes erschienen. Aber das läßt sich nicht ändern, denn trotz unvermindert steigender Popularität ist die Band um Mastermind Adrian Hates noch immer keine für den Geschmack der breiten Masse. Gut so, möchte man meinen, denn so wird der Qualitätsanspruch nicht der Erfolgsquote geopfert. Souverän meisterte das wieder vom Diorama-Sänger Torben Wendt am Keyboard verstärkte Quartett die nachmittägliche Stunde mit vorwiegend dynamischem Material wie beispielsweise "The Plague" oder "The Curse", aber auch Songs vom aktuellen Album "(if)". Im Gegensatz zu den beiden vorhergehenden Bands nutzte ein gut aufgelegter Adrian Hates den Laufsteg ausgiebiger und fühlte sich darauf auch sichtlich wohler.
Höhepunkt für mich dann der Auftritt von PROJECT PITCHFORK, deren aktuelles Album von Moderator Honey zwar nicht ausgesprochen werden konnte oder wollte, aber im Zusammenhang mit der laufenden Tour viele Fans zurück- oder neu hinzugewann. Wenn man den Auftritt in Berlin erlebt hat, dann wundert man sich darüber sicherlich nicht, denn die brachiale Stunde gehörte zum besten, was man von dieser Band je erleben durfte. Der Laufsteg war für Peter Spilles wie geschaffen, jeden Zentimeter nutzte er für seinen grandiosen und stimmgewaltigen Vortrag sowie für die Interaktion mit dem nahen Publikum. Auch wenn es gerade bei dieser Band immer heißt, die älteren Stücke würden die Fans besser erreichen, empfand ich in Berlin eher die Songs vom aktuellen Album "Dream, Tiresias!" wie den Opener "If I could" oder später dann "Darkness" als Höhepunkte des viel zu kurzen Sets.
Auch wenn OOMPH! gerade in Berlin über viele Fans verfügt, war es für die selbsternannten Erfinder der neuen deutschen Härte ein wenig schwierig, die Begeisterung des Publikums auf dem gleichen Level zu halten. Wie schon bei Zeraphine wirkte die Bühnenshow für meinen Geschmack zu glatt und abwechslungsarm, auch das übliche Bad von Sänger Dero in der Menge war letztlich ein vorhersagbarer Programmpunkt. Dennoch ein recht gutes Konzert mit vielen Highlights der Bandgeschichte wie "Fieber", "Gott ist ein Popstar" sowie einigen Songs vom aktuellen Album "Monster". Stimmkraft und Bewegungswillen des ganz in schwarz gekleideten Frontmannes konnten überzeugen. Ein wenig seltsam und irritierend wirkte nur so mancher Spruch zwischen den Songs.
Daß UNHEILIG die Headlinerposition bestritten, läßt sich sicherlich eher aus deren aktueller Popularität herleiten als aufgrund besonders wegweisender musikalischer Qualität, aber die begeisternd mitschunkelnden Menschenmassen gaben dieser Position letztlich eine gewisse Berechtigung. Mich indes erreichte die auf glatte Eingängigkeit gezüchtete Musik erneut nicht und auch die sehr theatralischen Leibesübungen des Grafen waren nicht so ganz nach meinem Geschmack. Das für einen Headliner recht kurz geratene Set bestand aus einer Mischung dynamischer (zb. "Lampenfieber", "Sage ja!") und balladesker ("Astronaut") Kost und profitierte von der inzwischen stimmungsvolleren Beleuchtung.
Nach dem frühen Ende gegen 22 Uhr wurde man von Honey, der mittlerweile als DJ in Aktion trat, noch mit einer räumlich etwas kleingeratenen Aftershowparty bedient und konnte darüber hinaus den Abend mit teilweise interessanten Gesprächen ausklingen lassen.
Das dritte Zita-Rock Festival war ein gelungenes und sehr gut organisiertes Festival mit teilweise großartigen Leistungen auf der Bühne und 6000 gutgelaunten und friedlichen Besuchern. Im kommenden Jahr wird das Festival erstmalig an zwei Tagen stattfinden. Der Vorverkauf dafür beginnt am 20. Juli 2009.
Bild/Bericht: Frank Buttenbender
weitere Bilder des Abends findet Ihr in unserer Festival-Galerie.
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