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Zita Rock Festival – 15.+16. Juni 2012 – Zitadelle Spandau, Berlin
Für die Anhänger gitarrenlastiger Musik bot das Zita Rock Festival in seiner sechsten Auflage ein Programm, das vor Szenegrößen und –lieblingen nur so strotzte. So konnte man unter anderem Oomph!, Mono Inc. und ASP, aber auch die über die Szene hinaus bekannte Band Evanescence für einen Auftritt in der Zitadelle gewinnen.
Das zweitägige Festival fand diesmal am vorgezogenen Wochenende – Freitag und Samstag – statt und war hervorragend organisiert. Jede Band stand pünktlich auf der Bühne und für das leibliche Wohl der Besucher war in ausreichender Menge und Vielfalt gesorgt. Auch das Wetter spielte in diesem Jahr mit, obwohl der durchgängig bewölkte Himmel anderes befürchten lies: bis auf ein paar wenige Tropfen am Freitag und einem leichten Regenschauer am Samstag blieb es trocken. Webseite: http://zita-rock.de
Freitag, 15. Juni 2012
Lord of the Lost durften das Festival am Freitagabend eröffnen und fanden ein feierwilliges Publikum vor der Bühne vor. Mit dem ging das deutsche Quintett um Chris Harms auch sofort in die Interaktion und löste die Aufgabe des Warm-Ups mit einem abwechslungsreichen, stimmungsvollen Auftritt problemlos.
Informationen zur Band: http://www.lordofthelost.de http://www.myspace.com/lordofthelost http://www.facebook.com/lordofthelost
Anschließend betraten Oomph! im Matrosenoutfit die Bühne und Frontmann Dero übernahm für die nächsten 60 Minuten das Steuerrad im Zitadellenhof. Ein Buh des Abends galt neben Justin Bieber auch den Castingshows , denn nur „Gott ist ein Popstar”. Der Versuch, einen Moshpit von der Bühne aus zu eröffnen, war allerdings nicht wirklich erfolgreich – dafür klappte das kollektive Schunkeln beim „Seemannsrose“ umso besser und auch Deros Crowd Surfing funktionierte tadellos. Die kleine mathematische Aufgabe, bei „Augen Auf!“ bis zehn zu zählen, meisterte das Publikum ebenfalls mit Bravour. Für Unterhaltung war also ausreichend gesorgt, aber auch musikalisch lieferten die Herren auf der Bühne ausgezeichnete Arbeit ab, die sie mit ihrer Version von „Always look on the bright side of life“ gemütlich ausklingen ließen.
Informationen zur Band: http://www.oomph.de http://www.myspace.com/oomph http://www.facebook.com/oomphband
Waren die beiden vorangegangenen Auftritte eher in der Kategorie „kraftvoll“ einzuordnen, so wechselte diese mit Evanescence in die Rubrik „energiegeladen“. Frontfrau Amy Lee fegte wie ein Wirbelwind über die Bühne und blieb nur dann länger als zehn Sekunden an einem Platz, wenn sie selbst am Keyboard oder Flügel Platz nahm. Die Kombination aus kristallklarer Frauenstimme, kräftigem Metal und stimmungsvoller Lichtshow zauberten eine wunderschöne Atmosphäre in den Innenhof der Zitadelle und die Besucher belohnten insbesondere die etwas bekannteren Stücke wie „Going under“ oder „Bring me to life“ mit begeistertem Applaus. Mit dem Zugabenblock wurde das Tempo etwas gedrosselt, aber die Intensität der Musik durchaus noch etwas erhöht. Insbesondere mit dem letzten Song „My Immortal“ stellte die Band eindrucksvoll unter Beweis, wie man in einer Ballade alle Facetten von zerbrechlich bis kraftvoll unterbringen kann und ich könnte mir vorstellen, dass vor allem dieses Stück die ein oder andere Gänsehaut bei den Zuschauern hervorgerufen hat. Ein großartiger Abschluss für den ersten Festivaltag.
Informationen zur Band: http://www.evanescence.com http://www.myspace.com/evanescence http://www.facebook.com/Evanescence
Samstag, 16. Juni 2012
Die vier Jungs von Staubkind legten sich sofort ordentlich in die Saiten und entschädigten die zahlreich vor der Bühne erschienenen Festivalbesuchern mit guter Laune und einem sympathischen Auftritt für den zwischenzeitlich eingesetzten Regen. Frontmann Louis Manke freute sich insbesondere, neben älteren Stücken auch endlich Songs aus dem neuen Album präsentieren zu können und machte bei der Gelegenheit auch gleich Werbung für die im Spätherbst anstehende Tour. Das Publikum wiederum nutzte unaufgefordert die zahlreichen Möglichkeiten, sich durch Mitklatschen warm zu halten, so dass man den Auftritt zweifellos als gelungen betrachten kann.
Informationen zur Band: http://staubkind.de http://www.myspace.com/staubkindsite http://www.facebook.com/Staubkind.Music
Zeraphine übernahmen ein bestens auf den Festivaltag eingestimmtes Publikum und auch der Regen hatte inzwischen aufgehört. Die Band um Sven Friedrich, der die Songs mit Inbrunst präsentierte, lieferte einen routinierten Auftritt ab, der gut beim Publikum ankam und man konnte den Level des Stimmungsbarometers problemlos halten.
Informationen zur Band: http://www.zeraphine.de http://www.myspace.com/zeraphine http://www.facebook.com/ZeraphineBand
Mono Inc. traten zum zweiten Mal in Folge beim Zita Rock auf – und wie sich schnell herausstellen sollte, zu Recht. Die Band wurde mit frenetischem Jubel begrüßt und schon nach den ersten beiden Songs war klar: hier spielt der erste heimliche Headliner des Tages. Die Festivalbesucher klatschten und sangen von Anfang an begeistert mit und ein scherzhaft aufgelegter Martin Engler wurde nicht müde, das Publikum weiter anzutreiben. Natürlich durfte das obligatorische „The Passenger“ nicht fehlen, auch wenn der Frontmann zunächst angekündigt hatte, sich etwas Neues für das Zita Rock ausgedacht zu haben. Ganz nebenbei wurde auch am digitalen Tour-Tagebuch weiter gearbeitet und Folge 129 für MONO INC.-TV mit einem Sonderauftritt des Berliner Publikums aufgezeichnet. Der Auftritt des ausgelassenen Quartetts war ein klares Highlight des Wochenendes.
Informationen zur Band: http://www.mono-inc.com http://www.myspace.com/monoincmusic http://www.facebook.com/monoinc
Die Messlatte lag also sehr weit oben für die nachfolgende Band Saltatio Mortis. Sänger Alea hatte sich nach eigener Aussage eine Woche lang in Berlin auf den Auftritt vorbereitet und erwartete einen entsprechenden Einsatz vom Publikum. Das sportliche Programm beinhaltete vor allem Auf- und-Ab-Bewegungen der Hände und Füße, aber gegen Ende auch etwas Kraft- und Koordinationstraining. Dabei gaben die Bandmitglieder ein vorbildliches Beispiel ab und motivierten mit ihrem Enthusiasmus und ihrer Musik nicht nur die Zuschauer zur Mitarbeit, sondern konnten mit „Prometheus“ und den Worten „ich bring euch Feuer“ schon fast magisch sogar die Sonne für ein paar Minuten hinter den Wolken hervorlocken. Ein großartiger Auftritt der Spielleute aus Karlsruhe.
Informationen zur Band: http://www.saltatio-mortis.com http://www.myspace.com/mittelalterpunk http://www.facebook.com/saltatiomortisofficial
Nach so viel Bewegung tat eine Verschnaufpause gut und in diesem Sinne war der Auftritt von The 69 Eyes perfekt im Programmablauf platziert. Die Musiker aus Finnland brachten eine Menge Charisma auf die Bühne und wussten mit beliebten Songs wie „Gothic Girl“ oder „Dance D’Amour“ zu überzeugen. Sänger Jyrki 69 versäumte es auch nicht, auf das im Herbst erscheinende Album hinzuweisen. Ein Auftritt zum Genießen, der vom Publikum mit entsprechendem Applaus belohnt wurde.
Informationen zur Band: http://www.69eyes.com http://www.myspace.com/theofficial69eyes http://www.facebook.com/the69eyes
Den Abschluss des Zita Rock bildete der Auftritt von ASP und man hätte hierfür vermutlich kaum eine geeignetere Band finden können. Die charismatische Ausstrahlung von Frontmann Asp in Kombination mit der leidenschaftlichen Begeisterung des Publikums erzeugte bereits nach den ersten Takten eine Energie im Zitadellenhof, die man fast greifen konnte und eigentlich nicht beschreiben kann, sondern miterleben muss. Die Setlist war gespickt mit beliebten Songs, die stellenweise mit Special Effects noch stärker in Szene gesetzt wurden – so ging beispielsweise mitten im Juni bei „Und wir tanzten“ ein kleines Schneegestöber nieder. Asp führte sympathisch-humorvoll durch den Auftritt und hatte zum Thema „Audience Participation“ etwas für das Berliner Publikum vorbereitet: zur ersten Zugabe forderte er die Festivalbesucher auf, sich – wie auch er – umzudrehen und auf diese Weise gemeinsam den Song „Rücken an Rücken“ zu singen. Der letzte Song des Abends war wie vom Publikum gewünscht „Ich will brennen“ und ein wahrhaft krönender Abschluss eines großartigen Festivalwochenendes.
Informationen zur Band: http://www.aspswelten.de http://www.facebook.com/AspsWelten
Fazit: Die Bands boten abwechslungsreiche und durchweg gute bis herausragende Auftritte, die das Festival zu keinem Zeitpunkt langweilig werden ließen. Die Anzahl der Besucher war perfekt – genug, um den Zitadellenhof locker zu füllen und trotzdem noch genug Bewegungsfreiheit zu haben. Das Publikum hat von Anfang bis Ende jeden Auftritt begeistert begleitet und eine tolle Stimmung in die ohnehin schon besondere Atmosphäre des Zitadellenhof gezaubert. Kompliment an Veranstalter, Künstler und Besucher für ein gelungenes Festivalwochenende!
Bericht + Foto: Vanessa Meidinger Weitere Fotos des Festivals befinden sich in unserer Galerie sowie an dieser Stelle.
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