|
Festivalbericht: 31. Dark Dance Treffen |
|
|
|
|
Geschrieben von: Frank
|
|
Donnerstag, den 01. Oktober 2009 um 12:09 Uhr |
|

Das Dark Dance Treffen in Lahr gilt zurecht als bedeutendstes Indoor-Festival der schwarzen Szene. Nicht nur die großen Namen der Branche wie ASP, VNV Nation oder demnächst Project Pitchfork sind dabei die Erfolgsgaranten, sondern ein äußerst gelungener Mix aus verschiedensten Showelementen wie Freiluftbereich, Depeche Mode Floor oder diversen Ausstellungen und Verkaufsständen. Selbst Mittelalter- und Batcave-Freunde kommen auf ihre Kosten.
Ich konzentrierte mich bei der 31. Auflage am vergangenen Samstag auf die Konzerte auf der Hauptbühne. Begonnen wurde der Abend dort von Faderhead, einem dreiköpfigen Electrogespann, das mit viel Energie und noch viel mehr guter Laune die bereits zahlreichen Gäste in Stimmung brachte. Ungewöhnlich für einen Opener hatte Faderhead seine offenbar nicht geringe Anhängerschaft im Griff und überzeugte mit einer engagierten Show.
Den Frontmann von Reaper kennt man auch von zahlreichen anderen Aktivitäten; durch das Mitwirken bei VNV Nation Liveshows, durch Frozen Plasma oder auch das ehemalige Projekt Namnambulu. Verglichen mit letzterem geht es bei Reaper aber deutlich härter zur Sache. Die fulminanten aber auch ein wenig eintönigen Sounds erfuhren durch den lebhaften Gitarristen Gordon eine gewisse optische Abwechslung, aber so richtig warm wurde ich auch dieses Mal nicht mit Reapers Musik. Dem dichtgedrängten und bewegungsfreudigen Publikum indes schien es gut zu gefallen.
Ursprünglich war der Auftritt von Diorama als Album-Release-Show angekündigt. Leider verzögert sich aber der Veröffentlichungstermin auf nächsten März. Für das Konzert in Lahr hatte man dennoch eine echte Premiere auf Lager. Der Song „Alpha Animal Complex“ ist wesentlich eingängiger als die sperrigeren Songs, die man vom kommenden Album „Cubed“ bislang hören konnte. Das macht natürlich Vorfreude auf ein abwechslungsreiches neues Album. Klassiker wie „Advance“ wurden selbstverständlich auch geboten und die ausgelassene Stimmung beim eigentlich letzten Song „Why“ sorgte dann dafür, daß man noch eine Zugabe („Exit the Grey“) spielen durfte. Für einen Festival-Auftritt bemerkenswert und man kann nur hoffen, daß spätestens im nächsten Frühjahr eine Einzeltour folgen wird. In Lahr waren Diorama mit Sicherheit nicht nur für mich der musikalische Höhepunkt.
Es folgte aber noch der Headliner, der einen Querschnitt aus dem reichen Schaffen Oswald Henkes präsentierte. „Schön, daß wir nach all den Electro-Projekten nun lebendige Musik hören dürfen“. So oder so ähnlich erklangen die Begrüßungsworte des Sängers, der dann aber selbst auch nicht ganz auf elektronische Verstärker verzichtete. Sogar ein Keyboard war zu sehn. Über „lebendig“ läßt sich natürlich auch streiten, wenn man die recht düsteren Texte der Goethes Erben in Erinnerung hat. Aber ganz egal, der Auftritt von Henke war ein überzeugender Abschluß auf der Hauptbühne. Henke glänzte mit typisch theatralischer Gestik und einer sehr gut aufgelegten Band. Besonders begeisterten mich die frühen Goethes Erben Songs wie „Zinnsoldaten“ oder „Das schwarze Wesen“.
Als Fazit kann man von einer sehr gelungenen Veranstaltung sprechen, die keine Wünsche offen ließ. Ich habe bislang noch kein vielseitigeres und besser organisiertes Festival besucht.
Bericht/Bilder: Frank Buttenbender
Hier gelangt man zur Festival-Homepage Hier könnt Ihr Bilder des Abends sehen und kommentieren
|