Opus Ultimum

Festivalbericht: 32. Dark Dance Treffen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Frank   
Samstag, den 02. Januar 2010 um 20:45 Uhr



An- und Abreise waren beim diesjährigen Weihnachts-Dark Dance Treffen für einige der dort Anwesenden einigermaßen problematisch, handelte sich bei diesem Wochenende doch um das kälteste und winterlichste des gesamten Jahres. Aber das sollte die Beteiligten nicht davon abhalten, erneut eine großartige Veranstaltung stattfinden zu lassen. Die hübsch dekorierte Location bot wie immer viel Abwechslung; ausgestellte Bilder des Fotografen Bjørn Jansen, die Präsentation der neuen Heimatærde-CD mit dem passenden Titel „Dark Dance“ sowie und vor allem die verschiedenen Konzert- und Discofloors.

Im großen Saal begannen die Lokalmatadoren von Perfidious Words den Abend. Das Duo bot gefälligen Elektropop, der vielleicht eine Spur zu sehr an Depeche Mode erinnerte, aber vor allem durch die großartige Stimme von Sänger Lars Rohnstock einen positiven Eindruck hinterließ. Mit Spetsnaz folgte ein weiteres Duo, das allerdings viel härtere Kost im Angebot hatte. Sehr an die Vorbilder Nitzer Ebb erinnernd, gab es jetzt also vorwiegend rhtymusbetonte, monotone Musik, die für Bewegung im tanzfreudigen Publikum sorgte. Sonderlich abwechslungsreich war das Konzert indes nicht, was allerdings in der Natur der Sache liegt.

Welle:Erdball hatten dann zunächst Grund zur Freude; denn obwohl ALF dem Dark Dance Treffen aufgrund einer Erkrankung nicht beiwohnen konnte, war das Ensemble auch mit Ersatzmann der größte Publikumsmagnet an diesem Abend. Die melodiösen Songs mit intelligenten zeitkritischen Texten sowie die optischen Reize von Frl. Venus und Plastique verhalfen dem Projekt zu viel Beifall und Jubel. Ärgerlich natürlich, daß gleich mehrfach die Technik streikte und einige Songs abrupt abkürzte. Das Konzert war aber dennoch ein gelungener Programmpunkt, der auch Ausblick auf das nächste Studio-Werk von Welle:Erdball gestattete, welches 2010 erscheinen soll.

Mit Project Pitchfork war ein sehr bedeutender Headliner am Start, eine wahre Größe der Schwarzen Szenekultur und einer ihrer Begründer innerhalb Deutschlands. Deshalb und auch weil die Hamburger Band erstmalig beim Dark Dance Treffen gastierte, war die Spannung besonders groß. Das Bestof-Set enthielt bis auf die Ausnahme der Kaskade-Zeit von jedem Album mindestens einen Song, alle ausnahmslos Klassiker des Genres. Die kraftvolleren Songs wie „Conjure“, „The Island“ und „Rescue“ waren dabei besonders überzeugend. Mir persönlich hätte noch besser gefallen, wenn es den einen oder anderen Song vom aktuellen Album „Dream, Tiresias!“ zu hören gegeben hätte. Leider fand der Vortrag überwiegend im Dunkeln statt, so daß man die Akteure optisch meist nur erahnen konnte. Auch die Publikumsreaktionen habe ich bei Auftritten der Band schon enthusiastischer erlebt, aber vielleicht lag das auch ein wenig darin begründet, daß viele zuvor keinen Zugang zu Project Pitchfork hatten. Im Nachhinein überwogen allerdings die positiven Meinungen.

Insgesamt also wieder ein sehr gelungenes Festival, das auch nach den Konzertauftritten noch stundenlang für zufriedene und fröhliche Gesichter sorgte. Das nächste und damit 33. Dark Dance Treffen findet am 27. März 2010 mit dem Headliner Suicide Commando statt.

Bericht/Bild(er): Frank Buttenbender

 

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