Diary of Dreams, Diorama & Slave Republic auf der Festung Königstein

Dieses Line up war von vielen erträumt worden, da wohl die meisten Diary of Dreams Fans auch Diorama zugetan sein werden. Insofern sollte man wohl auch eher von einer Doppelheadliner-Show sprechen, die auch viele Gäste aus dem Ausland anzog.

Nachdem man auf der Festung Königstein in der Vergangenheit oftmals witterungsbedingte Probleme hatte, wartete der bereits drohende spätsommerliche Dauerregen dem Konzert zu liebe noch einen Tag länger. Die Stimmung war also bestens, auch weil man durch die Teilöffnung der Terrasse einen fantastischen Blick auf die Umgebung hatte. Ein wenig schade war lediglich die diesjährige Platzierung der Bühne, die nicht von allen Positionen gute Sicht bot. Der Sound dafür war umso besser; dass man ein Konzert heutzutage ohne Gehörschutz übersteht, ist leider zur Seltenheit geworden.

Zunächst starteten Slave Republic mit einem mitreißenden Set (-> Setlist). Unterstützung bekamen Alec Fu und Alex Alice dabei von Daniel Myer sowie Diorama-Sänger Torben Wendt, der zum Song Primärreiz auf die Bühne kam. Als es dann langsam dunkler wurde, setzten die Reutlinger Diorama wohl nicht nur für mich den Höhepunkt des Abends. Witzig dabei, dass das Publikum wohl ahnte, mit welchem Song begonnen wird, denn es stimmte schon zuvor die üblichen Gesänge zum Klassiker Why an. Sehr erfreulich dann auch, dass ein selten gespielter Song wie Odyssey into the Vacuum ebenso vorkam wie das brandneue und stark hitverdächtige Defcon. Bemerkenswert ebenfalls, dass man weder Felix Marc noch Sash Fiddler sah, stattdessen Gitarrist Zura und Keyboarder Helge Wiegand. Fast egal, denn Torben war ganz der Alte und überzeugte mit tollem Gesang und konkurrenzloser Dynamik. Mit Advance verabschiedeten sich Diorama leider viel zu früh, eine ähnlich lange Spielzeit wie bei Diary of Dreams wäre angemessen gewesen. (-> Setlist)

Nach dem furiosen Diorama-Konzert wirkten Diary of Dreams (-> Setlist) wesentlich gesetzter. Souverän reihten sie die Klassiker ihrer langen Karriere aneinander, auch der Mut zu sperrigeren Werken wie Daemon war vorhanden. Schön war die Ankündigung für ein neues Album im Oktober, leider gab es dafür noch keinen Appetizer in Form eines Songs zu hören. Etwa ab Mitte des Konzerts begann Adrian Hates damit, vom letzten Song zu reden um anschließend gefühlte 10 mal zu widerrufen: „einen haben wir noch“. Das wirkte ein wenig seltsam, aber das Publikum hätte wohl auch noch die doppelte Spielzeit jubelnd überstanden. Dann ganz am Ende kam es zum grandiosen Traumtänzer-Finale. Gelungen vor allem auch deswegen, da nun sämtliche Beteiligten des Abends auf der Bühne mitwirkten. Ein sehr stimmungsvoller Abend.

Bericht + Foto: Frank Buttenbender.
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