Konzertbericht: AND ONE in Dresden

Anzugträger, Uniformierte und Fans orangener und roter Krawatten sah man am späten Nachmittag des Samstags in die Richtung des Dresdener Alten Schlachthofes strömen. Bereits 18.00 Uhr öffneten sich die Türen der sächsischen Eventhalle für die And-One-Forever-Tour, welche wegen der verworfenen Trennungsidee besagter Band nun am verschobenen Termin stattfindet. Trotz dass das Konzert erst 19.30 beginnen sollte, war der Schlachthof schon 1h vor Veranstaltungsbeginn gut gefüllt und die Temperaturen im Publikumsbereich konnten bereits die sommerlichen Außentemperaturen übertreffen; das hielt weder VIP- noch normale Gäste davon ab eine gute Stimmung zu verbreiten! Halb Acht hatte man dann die Chance die Vorband Head-Less zu erleben: Sie überzeugte mit tanzbarem EBM, der definitiv mit And One vergleichbar ist. Zu kritisieren gab es nur den Gesang, der zwar souverän präsentiert, meiner Meinung nach aber nicht mit der musikalischen Leistung der beiden Keyboarder mithalten konnte. Nichtsdestotrotz gab es einen begeisterten, lautstarken Abschlussapplaus – Zugabenrufe blieben aber mit der Ankündigung des Auftritts von And One aus.

Nach der 35minütigen, elektronischen Klangperformance folgte nun endlich das ersehnte Intro der Headliner. Im Hintergrund zeigten sich die drei Symbole der neuen Alben. Zuerst betraten Joke Jay, Rick Schah, Nico Wieditz die Bühne; nach den ersten Takten von „Black Generation“ folgte auch Steve Naghavi – anfangs mit einem zweifelnd-musternden Blick, welchen er aber wegen der unvergleichlichen Euphorie des Publikums ablegen musste. Dabei konnte die Lautstärke der begeisterten Fans, welche den Alten Schlachthof bis auf die Tribünen füllten, durchaus mit den treibenden Beats der Musiker mithalten! Doch nicht nur musikalisch überzeugte die Performance der vier Berliner Musiker, die sich der Richtung des EBM verschreiben, auch die Lichtshow wirkte pompös und durchdacht: rhythmische Richtungs- und Farbwechsel der Scheinwerfer hinterließen einen einzigartigen Eindruck. Der Frontmann jedoch schien außergewöhnlicher Weise kein Teil dieser Beleuchtungsszenerie zu sein und tanzte häufig im Dunkeln über die gesamte Bühnenbreite. Das Publikum zeigte sich aber unberührt von eben genannten Mängeln, und bewegte sich mal schneller, mal langsamer – je nach dem wie es die Keyboard- bzw. Schlagzeugklänge vorgaben – im Takt. Ergänzend konnte man, vor allem bei Klassikern wie Traumfrau, Deutschmaschine, Steine sind Steine oder Technoman, begeisterte Chorgesänge wahrnehmen. Die absolut mitreißende Performance bot auch eine abwechslungsreiche Setlist, welche schon allein wegen ihrer Länge (sie umfasste 55 Lieder!) Vielfalt bieten musste. Letztlich bewies die Elektrocombo um den charakteristischen Fronter Steve Naghavi mal wieder wie man richtig feiert. Besonders herausragend erschien mir ihre Spielzeit von knapp 4h – das beweist doch unabdingbar, das And One Fans für ihre Konzertkarten überdurchschnittlich viel geboten bekommen! Außerdem bewies der 1,69m große Sänger, dass kleine Männer – wie er selbst behauptete – besonders lang durchhalten können. (;

Setlist (And One):
Bad Girl • Biene Maja • Black Generation • Body Nerv • Dein Ende • Deutschmaschine • Die Mitte • Driving with me Darling • Enjoy the Silence • Exit • Fehlschlag • Für • Für immer • Get you closer • Goodbye Germany • High • Ice • Klaus • Krieger • Love & Fingers • Love you to the End • Metal Hammer • Military Fashion Show • Mirror in your Heart • Missing Track • Murder Murder • Nordhausen • Only Your Dreams • Over There • Panzermensch • Pimmelmann • Playing Dead • Reality • Recover You • Rick • Second Front • Second Voice • Secret Boy • Shining Star • Shouts of Joy • Sitata Tirulala • So klingt Liebe • Sometimes • Speicherbar • Steine sind Steine • Sternradio • Strafbomber • Technoman • The Secret • The Walk • Told You So • Traumfrau • Unter meiner Uniform • Wasted • Zerstörer

Bericht + Foto: Claudia Helmert
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