Konzertbericht: Apoptygma Berzerk auf der Festung Königstein

Ein beliebter aber in letzter Zeit rarer Gast auf den Bühnen ist das (wahl-)norwegische Projekt Apoptygma Berzerk. Nach jahrelangem Suchen nach dem eigenen Stil und der richtigen Bandbesetzung gelang Stephan Groth ein fulminanter Auftritt auf der Festung Königstein.

Die Festung im malerischen Elbsandsteingebirge nahe Dresden bot eine eindrucksvolle Kulisse für dieses Konzert. Und auch der Sommer ging mit 38 Grad in seine heißeste Phase. Da machte es sich bezahlt, wenn man für den unerwarteten Aufstieg mangels intaktem Fahrstuhl zuvor trainiert hatte. Ansonsten aber ein sehr gut organisierter Auftakt für die dreiteilige Konzertreihe auf der Festung (die als weitere Programmpunkte noch Eisbrecher und De/Vision aufweist). Zu Beginn gab es mit dem klassischen Streichquartett von EKLIPSE einen attraktiven und musikalisch reizvollen Start. Die jungen Damen präsentierten bekannte Rocksongs in klassischem Gewand, darunter auch „Until the end of the world“ von Apoptygma Berzerk.

Zu vorgerückter Stunde begann nach kurzem Intro die furiose Show von Apoptygma Berzerk. Die Nebelmaschine meinte es anfangs leider ein wenig zu gut, so dass Stephan Groth und seine Mitstreiter nur erahnbar waren. Der mitreißenden Stimmung tat dies aber keinen Abbruch, mit „Non-Stop Violence“ und „Eclipse“ gab es gleich zwei absolute Bandklassiker. Apop im Jahre 2013 klingen wieder eindeutig elektronischer, was gerade den älteren Songs deutlich zu Gute kommt. Auch einige frühere Mitstreiter (Gitarrist Audun „Angel“ Stengel und Drummer Ted Skogmann) sind nun offenbar wieder mit an Bord gekommen. Traditionell bei Apoptygma Berzerk ist auch die feste Verankerung von Coverversionen auf der Setlist, dieses Mal waren es mit ingesamt 4 Songs noch vergleichsweise wenige, auch wenn die neue Single „Major Tom“ dazugehört. Diese dauerhafte Liebe zum Fremdsong ist mir ein wenig rätselhaft, verfügt man doch über zahlreiche und durchweg bessere Eigenkreationen. Gutes Beispiel dafür Werke wie „Shadow“ oder „Until the end of the world“, die in der allerersten Liga spielen. Stephan Groth schien zu spüren, dass ihm und seinem Team an diesem Abend eine besonders mitreißende Vorstellung gelang. Das textsichere und feierlaunige Publikum dankte es ihm lautstark. Mit der letzten Zugabe „Bitch“ krönten die Herren aus dem Norden einen glanzvollen Konzertabend.

Bericht + Foto: Frank Buttenbender
Weitere Fotos des Abends befinden sich in unserer Galerie.

 

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