Konzertbericht: Coma Alliance in Dresden

Unter dem Begriff Coma Alliance fanden im September 3 Konzerte von Diorama und Diary of Dreams statt. Eines davon in der Dresdner Reithalle, die für diese Konstellation ungewöhnlich gut gefüllt war. Ein Grund für die große Resonanz war wie schon beim gemeinsamen Musizieren auf der Festung Königstein im vergangenen Jahr die hohe Anzahl osteuropäischer Fans. Trotz eigener Termine und sicher nicht mit überfülltem Geldbeutel gesegnet, scheut man es dort also weiterhin nicht, für ihre geliebten Bands einige Kilometer und Flugmeilen zu investieren.

Prima war bei dieser Doppelheadlinershow, dass es pünktlich begann und nicht durch eine mittelmäßige Supportband verzögert wurde. Weniger schön war gerade in der ersten Phase des Abends die saunaartige Hitze im vorderen Bereich der Reithalle. Klimatisch gilt es da nachzubessern. Unterkühlt geriet auch nicht der Diorama-Auftritt, traditionell schwungvoll und dynamisch verzauberte Torben Wendt die Arena. Dabei machte es sich bezahlt, dass die meisten der Songs vom neuen Album „Zero Soldier Army“ wie für einen tanzreichen Clubabend gemacht sind. Besinnlichere Töne, für die die Reutlinger sonst auch stehen, waren rarer gesät. Folgerichtig kam mit „Why“ der Mitgröhlsong schlechtin zum Abschluss der energiegeladenen Stunde.

Diary of Dreams kamen etwas schwerer in die Gänge, was einerseits an der sowieso ruhigeren, behäbigeren Art und Weise liegt, wie die Band um Adrian Hates agiert. Andererseits fehlte in Dresden Gitarrist Gaun:a als typisches Wiedererkennungsmerkmal und Showelement. Das Publikum wirkte ebenfalls etwas verhaltener und wurde bemerkenswerterweise erst dann lauter, als Torben Wendt gegen Ende für einige Gastauftritte dazustieß. Wie auch schon bei Diorama fiel mir auf, dass die Setliste vorwiegend aus rythmusorientieren, schnelleren Songs bestand; die tiefschwarze Düsternis, die man beim Hören der Alben so schätzen gelernt hat, kaum noch zum Tragen kommt. Vielleicht ja ein Tribut ans osteuropäische Feiervolk, das weniger verkopfte Shows bevorzugt.

Dessen ungeachtet aber ein recht gelungener Abend. Etwas rätselhaft blieb der Begriff Coma Alliance, der bei der Ankündigung zunächst nicht wie die lose Verkettung zweier separater Bands wirkte, sondern eher wie ein drittes, neues Projekt. Wer die beiden Bands mag, wird da allerdings nur die Schulter zucken und sich über weitere Doppelshows freuen.

Bericht + Foto: Frank Buttenbender
Setlist Diorama
Setlist Diary of Dreams
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