Konzertbericht: Deine Lakaien in Dresden

Deine Lakaien haben schon in vielen Variationen in der Elbestadt gastiert. Ob als ganz große Nummer mit Orchester oder zu zweit in einer Kirche aufs akustisch wesentliche reduziert, die Band wusste immer wieder zu begeistern. Selbst in der normalen Formation schlichen sich nun Veränderungen ein. Nicht mehr Cello und Geige, sondern Gitarre + Schlagzeug waren die Begleiter des kongenialen Duos Horn und Veljanov.

Im Vorprogramm dagegen alte Bekannte. Das polnische Electropopduo God’s Bow war schon vor Jahren an Bord einer Lakaien-Tour. Sängerin Agnieszka Kornet überzeugte mit sanfter, voller Stimme und offenbarte in den Pausen gute Deutschkenntnisse. Ein wenig mehr Beifall hätte das Publikum durchaus spenden können. Der ganze große Krawall war aber auch nicht beim Hauptact zu spüren, kein Wunder natürlich, denn nichts wäre unpassender als eine in Hysterie befindliche kreischende Masse. Freudige Erregung war trotz aller angebrachten Feierlichkeit allerdings vorhanden, als Ernst Horn seine Tastenburg erklomm und Alexander Veljanov die ersten Worte ins Mikro flüsterte. Auch wenn die Dark Wave Band schlechthin mit einem Song wie Dark Star bekannt wurde, war das Konzert keineswegs eine düstere Veranstaltung. Zum einen lag das an einer eindrucksvollen Lichtszenerie, welche die Protagonisten in ein stimmungsvolles Lichtermeer tauchte, zum anderen gerieten die Songs Drummerbedingt deutlich rockiger als von den Platten bekannt. Das neue Album Crystal Palace wurde erwartungsgemäß in den Vordergrund gestellt, ein Werk, das allerdings vor allem in seiner Geschlossenheit wirkt und nicht über die ganz großen Einzelhymnen à la Return oder Where you are verfügt. Aber das war beim Vorgänger durchaus ähnlich und tat dessen bleibender Beachtung keinen Abbruch. Ein neuer Song allerdings sollte sich dann doch noch in den Vordergrund spielen; Pilgrim als stimmungsvolles Duett mit Goran Trajkoski.

Gleich drei Zugabeblöcke beschlossen einen ausgesprochen erfreulichen Abend im gut gefüllten Alten Schlachthof. Man darf gespannt sein, in welcher Konstellation man einander wieder begegnet.

Bericht + Foto: Frank Buttenbender
Weitere Fotos des Abends befinden sich in unserer Galerie.

Kommentar hinterlassen