Konzertbericht: Diorama in Leipzig

Diorama sind Stammgast in Leipzig und Umgebung. In den vergangenen Jahren gab es Auftritte der Reutlinger Band in der Moritzbastei, einen Headliner-Gig beim WGT im Werk II sowie ein Gastspiel bei der Nocturnal Culture Night im nahgelegenen Deutzen. Im frühen März 2013 hieß die Station „Anker“ im düsteren Leipziger Norden. Es sollte ein glanzvoller Abend werden.

Dafür sorgten zunächst „Slave Republic“, die keinen Geringeren als Daniel Myer als Liveunterstützung verpflichten konnten und somit auf ein Trio angewachsen ihre schwungvollen Songs charmant präsentierten. Das Ganze kam entsprechend gut beim Publikum an, welches sich die wachsende Spannung auf den Hauptact nicht oder zumindest nicht im negativen Sinne anmerken ließ. 

Diorama spielten anschließend ihre bekannten Stärken aus; ein charismatischer Torben Wendt, der bewegungsfreudig und stimmgewaltig zwischen Mikrofon und Piano pendelte sowie eine eingespielte Band, die keine Konkurrenz fürchten muss. Der Abend stand ganz im Zeichen des aktuellen Albums. Das mag zunächst nicht überraschen, meist jedoch verhält es sich so, dass das Publikum bevorzugt Klassiker der Bandgeschichte hören möchte, die Band selbst aber vor allem das neue Material präsentieren will. In Leipzig indes gelang es, dass auch die neuen Songs ähnlich viel Zuspruch erhielten, was für den Stellenwert des aktuellen Albums spricht. Ob das mitreißende „When we meet again in hell“ oder das ruhigere „Weiß und anthrazit“, die Titel von „even the DEVIL doesn’t care“ entfalteten eine phänomenale Wirkung. So fiel das Ausbleiben einiger bisheriger Standartsongs nicht ins Gewicht. Der Sound war zu jeder Zeit kraftvoll und dennoch sauber, was gerade bei Livekonzerten eine Seltenheit ist. Aber auch visuell wurde einiges geboten. An die Stelle der Würfel traten dieses Mal Videoprojektionen ins Bühnenbild. Teilweise erschienen dort reguläre Videos und auch extra für die Tour gedrehte Kurzfilme, aber auch Erinnerungsfotos aus der Bandvergangenheit sowie die besten Fotos eines Fanwettbewerbs.

Die Stimmung in der gutbesuchten Halle war von Beginn an enthusiastisch und gipfelte nach einigen Zugaben mit einer sonst nur in Fußballstadien bekannten sogenannten „La Ola-Welle“. Das Konzert in Leipzig wird sicher bei allen Beteiligten in sehr guter Erinnerung bleiben.

Bericht + Foto: Frank Buttenbender.
Weitere Fotos des Abends befinden sich in unserer Galerie.

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