Konzertbericht: FKA twigs in Berlin

Zwischen Brit Awards und US Tournee kam die Sängerin FKA Twigs für einen weiteren umjubelten Auftritt nach Berlin.

Diese Stadt scheint die junge Britin zu mögen, denn von ihren bisherigen 5 Auftritten in Deutschland fanden allein 3 in Berlin statt. Für eine gewisse Abwechslung sorgt da die Locationwahl. Nach Kesselhaus und Kantine Berghain kam dieses Mal der Astra-Club an die Reihe. Der Club war ausverkauft, keine Frage und vielleicht war dies auch die letzte Gelegenheit, FKA twigs in einem eher intimen Rahmen zu erleben. Denn durch das durch die Bank weg hochgelobte Album LP1 sowie einige aufsehenerregende Liveshows befindet sich die Künstlerin auf dem Sprung.

Die ursprünglich „nur“ als Tänzerin gestartete FKA Twigs tat gut daran, sich eines Tages hauptsächlich auf die Musik zu konzentrieren. Denn hier konnte sie ihr wahres Potential zur Geltung bringen. Die selbst geschriebenen und bei Arca produzierten Songs verleiteten die Texter von Waschzetteln zu kuriosen Wortkonstruktionen wie Ätherischer R’n’B trifft Neo-TripHop. Wahr ist daran auf jeden Fall, dass sie die Musikbranche gehörig in Aufsehen gebracht hat. Vor allem treten in Person der jungen Frau viele Talente zu tage; das Bewegungsvermögen, das sich – wie wir spätestens seit dem atemberaubenden Videoclip zu Pendulum wissen – nicht nur aufs Tanzen reduziert, eine Stimme, die trotz ihrer Zartheit eine unverwechselbare Kraft entfaltet und ein Auftreten, das ungemein erotisch ist, ohne ins Vulgäre abzugleiten.

Die Songs besitzen allesamt trotz ihrer wegweisenden Komplexität genug Konzerttauglichkeit, um aus dem Albumwunder des letztes Jahres eine Liveattraktion zu kreieren. Unterstützt wird sie von einer ausgewachsenen Band, die einen gewaltigen Druck aus den Lautsprechern zaubert. Die Leichtigkeit, mit der sich die Sängerin bewegt, fasziniert vom ersten Augenblick an. Freilich wird dabei immer auch Abstand gewahrt, das Bad in der Menge ist vorerst nicht ihre Sache. FKA twigs als unnahbare Göttin der Bühne passt aber letztlich auch besser. Als Newcomerin ist sie „gezwungen“ nahezu all ihre veröffentlichten Songs zu spielen, wobei sich aber kein einziger als Ausfall oder Pausenfüller erweist. Klar natürlich, dass der Jubel im Publikum besonders bei Highlights wie Two Weeks oder Water me aufbrandet.

Am Ende der Show sehen wir in dankbare Gesichter, die sich schon auf LP2 und Konzert4 freuen. Glückliches Berlin.

Bericht + Foto: Frank Buttenbender
Weitere Fotos des Abends befinden sich in unserer Galerie.

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