Konzertbericht: IAM{X} in Berlin

Konzerte von IAMX haben eigentlich nur einen Nachteil. Sie sind von solcher Qualität, dass man anschließend kaum noch andere Bands erleben möchte. So verhält es sich auch mit dem Berliner Konzert im vorfrühlingshaften April.

Die Band befindet sich auf einer ausgedehnten Tour, zwischen verschiedenen europäischen Stationen wird bald eine USA-Tournee stattfinden. Glück für alle, die den einzigen deutschen Termin, der in diese Zeit fällt, wahrnehmen konnten. Der Astra-Club war bereits gut gefüllt, als gegen 8 Moto Boy als Support auftrat. Der schwedische Mann an der Gitarre heißt im richtigen Leben Oskar Humlebo und ist wie auch der Hauptact Wahlberliner. Er verfügt neben einer gehörigen Portion Charisma über eine außergewöhnlich hohe und zugleich kräftige Stimme. Nach wenigen Songs war leider schon Schluss, bleibenden Eindruck konnte er dennoch hinterlassen.

Kurz nach neun Uhr war dann Zeit für Chris Corner und sein Dream-Team. Neben Janine Gezang und Alberto Alvarez sind das seit neuestem die amerikanische Keyboarderin Sammi Doll sowie der schwedische Drummer Richard Ankers. Flankiert wurden die Musiker von Videoleinwänden, die Lichtsituation bestand wie immer aus einem flackernden Wechsel zwischen halbem und vollkommenem Dunkel. Wenn die Akteure dann doch ab und an sichtbar wurden, zeigte sich die ganze freudige Entschlossenheit auf ihren Gesichtern. Das Konzert war eine stimmgewaltige, turbulente und extravagante Show, welche vor allem von den kongenialen Partnern Chris Corner und Janine Gezang lebte. Die Energie der 5 Musiker übertrug sich auf ein zu jederzeit dankbares Publikum, das bis zur letzten Sekunde alles gab.

Musikalisch fügten sich die ingesamt 6 Songs des aktuellen Albums „The Unified Field“ nahtlos in das Set ein, besonders „Sorrow“ und „I come with knives“ gefielen mir sehr in ihrer Liveumsetzung. Vermisst habe ich persönlich mit „Land of broken promises“ meinen Favoriten des neuen Werks, aber vielleicht wird dieser Song ja im Herbst zu hören sein, wenn IAMX erneut in Deutschland auf Tour sind.

Es mag in ihrer Dauer längere Konzerte geben, eine überzeugendere Verbindung von musikalischer Brillanz und atemberaubender Energie ist indes schwer vorstellbar. Wer in diesem Jahr die Chance hat, die Band zu erleben, sollte sie nicht verstreichen lassen.

Bericht, Foto: Frank Buttenbender.
Weitere Fotos des Abends befinden sich in unserer Galerie.

 

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