Konzertbericht: Laura Carbone in Berlin

Es gibt sie noch, die Musikerinnen, die wie aus dem Nichts erscheinen und einen sofort in Bann ziehen. Dazu zählt zweifellos die Sängerin Laura Carbone, deren Auftritt in der Kantine am Berghain Berlin für Furore sorgte.

Ganz aus dem Nichts kommt die Mannheimerin mit italienischen Wurzeln natürlich nicht. Einigen ist sie sicher bereits als Sängerin des Projektes Deine Jugend in Erinnerung. Aber erst auf Solopfaden stellt sie nun unter Beweis, wie sehr mit ihr zu rechnen ist. Die attraktive junge Dame verbindet Selbstbewusstsein mit Charme, Düsternis mit Schönheit, Energie mit Melancholie. Vieles macht sie selbst, von der Covergestaltung bis hin zur demonstrativen Entscheidung für Vinyl. Und musikalisch ohnehin.

In der Kantine am Berghain vermochte sie auch live zu überzeugen. Flankiert von ihrer hervorragenden Band versprüht Laura Carbone an Mikrophon und Gitarre von Beginn an jene Art von bezwingener Energie, der man sich nicht entziehen kann. Unvergessliche Songs wie Stigmatized, Swans oder Heavy, Heavy tun ihr übriges. Geboten wird das komplette Album Sirens, das für mich schon jetzt zu den Höhepunkten des Jahres zählt. Ihre Stimme ist kraftvoll und variabel, ihre Ansagen treffen den Berliner Ton. Im heftig eingeforderten Zugabeteil dann neben dem umjubelten Doors-Cover People are strange noch der kraftvollste Song des Abends Plan of Attack als grandioser Höhepunkt. Immer auch um Publikumsnähe bemüht bat Laura nun auch einige ihrer engsten Fans zum gemeinsamen Singen auf die Bühne.

Zu Pfingsten wird der Auftritt von Laura Carbone einer der Höhepunkte im Programm des Wave Gotik Treffens in Leipzig sein. Eine Freundin von mir betrachtet sie ohnehin als eine Art Rettung für die angeschlagene Gothicszene. Das ist sie auf jeden Fall und dennoch so viel mehr.

Bericht + Fotos: Frank Buttenbender
Weitere Fotos in unserer Galerie.

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