Konzertbericht: Project Pitchfork in Dresden

Dass eine Band für eine Album Promotion zweimal in die selbe Stadt kommt, ist schon bemerkenswert. Vor einem reichlichen Jahr stellten Project Pitchfork einen Tag nach Release-Termin ihr damals brandneues Werk in einer überfüllten Reithalle vor. So ambitioniert die Idee seinerzeit war, so klar war auch, dass weder Band noch Publikum schon richtig vertraut mit den Songs sein konnten. Das war am letzten Samstag anders.

Die Location ist so eine Art zweite Heimat für die Band aus Hamburg, viele herausragende Konzerte fanden hier statt. Ein treues Publikum sorgte auch dieses Mal für eine volle Arena im großen Saal des Alten Schlachthofs. Zunächst trat der begnadete Electromusiker Daniel Myer mit seinem Projekt „ARCHITECT“ an Regler und E-Drum, was phänomenale Sounderlebnisse zur Folge hatte.

Programmpunkt 2 brachte mit Ayria eine alte Bekannte aus Übersee ins Spiel. Die gutgelaunte Jennifer Parkin wurde von Sarah Wimer sowie Michael „Keule“ Linke flankiert. Das Electro-Trio legte einen dynamischen Auftritt hin, das Publikum im bereits vollen Saal war angetan. Auch wenn es bald noch wesentlich mehr in Verzückung geraten sollte. Denn „Pitch-Black“ ist wohl nicht nur der mit Abstand längste, sondern und vor allem der beste Opener der Project Pitchfork Tourgeschichte. Nach dem 7 minütigen Einstiegsfeuerwerk wurde klar, dass im Bühnenbild nicht nur Peter Spilles sowie die Keyboarder Dirk Scheuber und Jürgen Jansen auftauchten, sondern gleich 3 renommierte Drummer in der zweiten Ebenen thronten. Das waren Christian Leonhardt (Léo), Christoph Nook Michelfeit sowie Achim Färber. Das sah nicht nur prächtig aus, das hörte sich überwältigend an. An eine ähnlich grandiose Soundperformance kann ich mich im Alten Schlachthof nicht erinnern, genauso wenig wie übrigens an eine vergleichbar superbe Beleuchtung. 

Aber auch, wenn dies alles außerordentlich erfreulich war, stand dennoch die Musik klar im Vordergrund. 7 der Black-Songs waren noch im Programm vertreten und sie gerieten zu Höhepunkten des Konzerts. Neben dem erwähnten Opener waren das vor allem „Rain“ und „Midnight Moon Misery“. Ein weiterer Höhepunkt war das selten gebotene „Teardrop“ und die brachialeren Stücke wie „Fire and Ice“ oder „I Am (A Thought in Slowmotion)“. Ein atemberaubender Abend.

Eine ehemalige Vorgruppe der Hamburger warb mal mit dem Slogan „Wir halten das Tempo“. Project Pitchfork hingegen befinden sich noch immer im Beschleunigungsvorgang.

Bericht + Foto: Frank Buttenbender.
Weitere Fotos von Project Pitchfork in unserer Galerie.

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