Konzertbericht: Lacrimosa in Dresden

25 Jahre gibt es nun bereits die Band Lacrimosa. Dresden hatte die Ehre, eines von zwei Jubiläumskonzerten zu veranstalten.

Zunächst war das Ganze in der Reithalle geplant, aber schnell wurde klar, das deren Kapazität nicht reichen würde. Also wechselte man in das nur einen Steinwurf entfernte Eventwerk. Schuld am samstagabendlichen Andrang hatten vor allem viele Fans aus der Ferne. Selbst und gerade Mexico muss man da als Beispiel nennen.
Schade nur die Zeit vor dem Beginn. Statt des Auftritts einer Supportband quälte man das Publikum mit der Instrumentalversion von Einsamkeit, eines der eigentlich grandiosen Beispiele früher Lacrimosa-Werke, aber warum als Pausenfüller in Endlosschleife für eine geschlagene Stunde, bleibt ein ärgerliches Rätsel. Wie dem auch sei, kurz nach halb neun begann das Konzert und man blieb zunächst thematisch in den Anfangstagen der Band, die wesentlich minimalistischer waren und im Grunde zunächst auch nur ein Soloprojekt von Tilo Wolff. Dass man ein Vierteljahrhundert später mit 11 Alben und ausverkauften Tourneen von Südamerika bis China dasteht, hätte er sich wohl damals nicht ausgemalt. Grund für den Erfolg ist neben einer beharrlichen Ausdauer auch das Kunststück, dass Lacrimosa die Verbindung von klassischen, rockigen und düsteren Elementen wie keinem zweiten gelungen ist. Dass man von Anfang an auf Emotionen gesetzt hat, war vor allem im Ausland ein Glücksgriff, wo man teilweise ekstatisch auf die Band reagiert. Mit dem Einstieg von Anne Nurmi gewann die Band zudem an Abwechslung und Charme.
Jubiläumskonzerte sind ihrer Natur nach Rückblicke. Bei Lacrimosa wurde das eine recht ausführliche Sache, denn mit über 3 Stunden Spielzeit konnte man nicht unbedingt rechnen. Aus jedem Album gab es Songs zu hören, Klassiker wie Alles Lüge oder Halt mich ebenso wie recht seltene Stücke.

Neben all den Rückblicken gab es mit zwei Songs vom im November erscheinenden Werk Hoffnung auch die Gelegenheit, nach vorn zu schauen. Lacrimosa bleiben uns also erhalten.

Bericht + Foto: Frank Buttenbender
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Setlist des Konzerts.

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