Rezension: Die Krupps – The Machinists of Joy

Die Krupps sind seit Anfang der 80er eine Institution des Industrial Electro. Seither haben die Düsseldorfer wegweisende Alben und erstaunliche Stilwechsel vollzogen. Wie klingt die Band im Jahre 2013

Stärker als je zuvor. Dieser Eindruck stellt sich schnell ein, wenn man „The Machinists of Joy“ auf sich wirken lässt.Vor allem macht die Band problemlos die seltsam verunsichert wirkende EP „Als wären wir für immer“ aus dem Jahre 2010 vergessen. Die Band weiß mittlerweile wieder ganz klar, wohin der Weg gehen soll: zurück zu alten Tugenden, ohne sie gegeneinander in Konkurrenz zu bringen. Die Frage Elektronik oder Gitarren, wird mit einem klaren: beide! beantwortet. Die Krupps starten kraftvoll mit „Ein Blick zurück im Zorn“. Hier wird bereits klargestellt, was die Stunde geschlagen hat. Solch einen tempo- und energiereichen Opener würde man sich öfter wünschen.

Nach dem vorab schon veröffentlichten „Risikofaktor“ erlebt man dann mit „Robo Sapien“ ein überraschend eingängiges Album-Highlight. Hierbei wird die kraftvolle Elektronik mit einer gehörigen Portion Musikalität gepaart. Heraus kommt eines der seltenen Beispiele eines Songs, bei dem man sich keine Sekunde lang fragt, ob man ihn mag. Was für eine Hymne. 

Auch die restlichen Songs halten das hohe Niveau. Das Werk ist erfreulich dynamisch geraten, modern produziert, ohne jedoch so clean zu klingen wie so manch Rerelease der Vergangenheit. Thematisch werden wie nicht anders zu erwarten überwiegend gesellschaftskritische Dinge angesprochen. Damit sind sie nicht allein, nur im Gegensatz zu vielen Kollegen, die sich mit der Attitüde der Weltverbesserung lediglich schmücken oder gar effektvoll tarnen, nimmt man der Band um Sänger Jürgen Engler jederzeit ab, dass sie dafür einstehen, was sie in ihren Songs einfordern. „Nazis auf Speed“ ist ein später Höhepunkt, zu dem auch ein witziges Video enstand.

Fazit: im Nachhinein war all das jahrelange Warten, Abwägen und Probieren genau die richtige Entscheidung, um ein Werk wie dieses hervorbringen zu können. „The Machinists of Joy“ ist mehr als nur ein Lebenszeichen, es zählt ohne Frage zu den Albumhighlights des Jahres.

Rezension: Frank Buttenbender.

Kommentar hinterlassen