Rezension: Project Pitchfork – BLACK

Ohne Project Pitchfork wäre die Musiklandschaft ein bedeutsames Stück ärmer. Das beweist das aktuelle Album „BLACK“ auf bezwingende Weise.

Ein wenig skeptisch war ich nach dem letzten Album schon, das im Gegensatz zu den meisten Werken der Bandgeschichte zu viel Anlauf brauchte, um seinen Platz zu finden. Jedoch bereits bei den vorab verbreiteten Snippets wurde deutlich, dass „BLACK“ über diese und alle anderen Zweifel erhaben sein würde. 

Wie schon beim Vorgänger beginnt das Album sehr dynamisch. Die Band sprüht bei „Pitch Black“ nur so vor kraftvoller Energie, dass man selbst als Zuhörer kaum zum Verschnaufen kommt. Gar noch forscher zur Sache kommt wenig später „Enchanted Dots of Light“. Schnell wird aber klar, dass „BLACK“ neben aller Energie auch über Ideenvielfalt verfügt. „Circus“ ist dabei ein würdiger Vertreter der langen Tradition einer Band, die sich dem Tierschutz verschrieben hat. Anschließend folgt mit „Rain“ eine Bandhymne, wie sie im Buche steht. Würde man einem Unwissenden Project Pitchfork anhand eines einzigen Songs vorstellen müssen, „Rain“ wäre perfekt geeignet. Emotion und Energie in grandioser Verbindung, das ganz klare Album-Highlight und wie Zeitgenossen zu Recht bemerkten, wohl auch der schönste Pitchfork-Song aller Zeiten!

Im letzten Drittel überzeugt mich dann wieder ein dynamischerer Song am meisten. „Storm Flower“ verdient das Prädikat „Hitverdächtig“ ebenso klar wie zuvor „Rain“, allerdings zielt dieser Song aufgrund der treibenden Kraft viel mehr in Richtung Clubhit oder Konzerthighlight. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt, denn in der Post-Single-Ära kann letztlich jeder Song zum großen Wurf geraten, steuern oder vorhersagen lässt sich so etwas kaum noch. Zumal bei einer solch stattlichen Anzahl verdächtiger Kanditaten, zu denen man zweifellos auch die stimmungsvollen „Acid Ocean“ sowie „Midnight Moon Misery“ zählen muss.

Project Pitchfork gelingt mit ihrem „Schwarzen Album“ ein tiefgründiges und an Höhepunkten reiches Meisterwerk.

Frank Buttenbender.

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